Medien Four Elevators

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Fotoanimierte Audio-/Videoinstallation (4-teilig)

Die multimedialen Foto-, Audio- und Rauminstallationen des Wiener Medienkünstlers Hubert Blanz sind das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit dem urbanen (Ausgangs-, Dokumentar- und Ton-) Material, in Form von abstrahierten und disparaten Bauelementen, Raumstrukturen, Siedlungsteppichen, räumlichen Agglomerationen, Verbindungslinien und territorialen Netzwerken der Stadt, wie Stadtautobahnen, Metrolinien und Brücken. In den utopischen wie auch dystopischen (Zukunfts-?) Visionen aus wirren, spaghettiartigen Superhighways, Autobahn-Knotenpunkten oder monumentalen Hochhausfassaden entdecken wir reale Fund- bzw. Versatzstücke des abgelichteten Stadtraums, die sich wie Puzzleteilchen zu visionär-utopischen Bildkompositionen zusammensetzen. Bei Blanz' hyper-realistischen und dennoch irrealen sowie bizarren Fotocollagen und Szenerien von einer städtischen Überzivilisation erscheint slebst die Realität frei erfunden und sorgfältig ''montier'', wie im Sinne der Surrealisten - als gleiscam wild zusammengesetzte Welt der Ordnungen und Subordnungen: ein Sub- oder Hyper-Realität, die aus isolierten Fragmenten, heterogenen Elementen, fremden Bruchstücken und poetischen ''objets trouvés'' zu bestehen scheint; eine für die Menschen des 20. Jahrhunderts durchaus vertraute Landschaft, durch die der Riss der Geschichte und der Erinnerung geht, und die durch eine tragische Entzweiung und gewaltsame Zersplitterung gekennzeichnet ist. Im Rahmen eines Auslandsstipendiums und des damit verbundenen vierteljährigen Aufenthaltes in New York City fotografierte Hubert Blanz sämtliche Straßenzüge eines Stadtteils von Manhattan im Schrittverfahren, d.h. ''von Haus zu Haus'' und ''Straße für Straße'', in der immer gleichen Kameraeinstellung von unten nach oben. Seine Reiseroute begann im Finanzviertel von Lower Manhattan, ging bis zur 115th Street und kam einer peniblen audio-visuellen Ortsvermessung gleich. Nicht nur die Fußgänger- bzw. Froschperspektive wurde stringent bei allen Bildern der unterschiedlichen Hochbauten eingehalten, Blanz nahm auch den O-Ton seiner Recherche mittels einer Videokamera auf, um ihn später, akustisch zu den Bildern arrangiert und kombiniert, musikalisch zu einem ''Soundtrack'' zu choreografieren. So ist die Soundkomposition stets ein integrativer und wesentlicher Bestandteil von Blanz' Arbeiten und ihrer multimedialen Auseinandersetzung mit der Umwelt. Ähnlich wie die Standfotos ist das gesammelte Audiomaterial vor Ort aufgenommen und analog der filmischen Bewegung strukturiert. Die Tonspur versucht im Einklang mit der optischen Umwälzung ein ''totales'' Klang- und Raumbild zu schaffen, das auch einen ''toten'' und sterilen Raum verändern und beleben kann. So versucht Blanz bei seinen Audio-/Videoinstallationen oftmals, Bildern von leeren, unbevölkerten oder hybriden Räumen durch den Sound wieder Menschliches einzuhauchen.

(Helmut Weihsmann, Quelle: http://www.blanz.net/text11.html)

Kategorien: Film und Video

Produktionsland

US : Vereinigte Staaten

Produktionsjahr

2006

Ton

mit Ton

Format

4:3

Farbe

Schwarz / Weiß
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