Giuliana 64:03

  • 283 views

  • 0 favorites

Auf weißem Hintergrund fallen vom linken oberen Bildrand schwarze Rechtecke. Diese verdichten sich zu größeren Flächen, um sich gleich darauf wieder zu verkleinern oder übereinander zu schieben, mitunter durch schmale weiße Linien voneinander abgehoben. Wie die Leinwand im Kino tragen die rechteckigen Flächen das schemenhafte, digital bearbeitete Laufbild des Gesichts einer Frau, welches als solches kaum zu erkennen ist. Vielmehr verschmelzen seine pixilierten Umrisse mit den abstrakten Formen, die sich immer aufs Neue bilden. Wie in einem Puzzle tauchen einzelne Details des Gesichts in verschiedenen Flächen auf, deren verschiedenen Teile nach und nach zusammengefügt werden, ohne jedoch je ein fertiges Bild zu ergeben. Die stark reduzierte Tonspur, die, wie das visuelle Ausgangsmaterial, Antonionis Il deserto rosso entstammt, unterstreicht die Klarheit der Bilder und öffnet den Blick auf die Formen, die sich permanent verändern. Das auf schwarze und weiße flimmernde Flächen reduzierte Gesicht reiht sich in diese strenge Komposition ein. An einem Punkt wird das Bild durch die permanente Überlagerung verschiedener Schichten beinahe zur Gänze schwarz. Kurz darauf drängen die schemenhaften Konturen des Gesichts wieder ins Blickfeld. Fast scheint es sich am Ende gegenüber den abstrakten Formen durchzusetzen. Dieser Eindruck wird durch die Ablösung des Rauschens auf der Tonspur durch menschliche Stimmen verstärkt. Bevor sich jedoch die Musik, die plötzlich einsetzt, ausbreiten kann, und die schwarz-weißen Konturen zur Gänze als Reproduktion einer menschlichen Gestalt zu erkennen sind, drehen sie sich schnell zur Seite, und das Bild verliert sich ins Schwarze. (Corinna Reicher)

Quelle: https://www.sixpackfilm.com/de/catalogue/1235/

 

-/-

 

On a white background, black rectangles fall from the left upper edge of the picture. They amass to form larger surfaces, to then immediately thereafter shrink or shift on top of one another, and from time to time be lifted off each other by thin white lines. Similar to the cinema screen, the rectangular surfaces carry the schematic, digitally processed image of a woman, which is difficult to recognize as such. Instead, its large-pixel outline merges with the abstract forms, which constantly form anew. Like in a puzzle, individual facial details show up in different places; the various parts are continually put together, yet without ever revealing a completed picture. The stark, reduced soundtrack, which stems from Antonioni`s Il deserto rosso, as does the initial visual material, emphasises the clarity of the images and opens the gaze to the constantly changing forms. The face - reduced to flickering black and white areas - takes its place in this strict composition. At one point, the picture becomes almost completely black from the steady overlapping of different layers. Shortly thereafter, the schematic contours of the face push into the field of vision. In the end it seems to have almost won out over the abstract forms. This impression is supported by the replacement of the noise on the soundtrack with human voices. However, before the music [which begins suddenly], can spread out, and the black and white contours become completely recognizable as the reproduction of a human form, they turn quickly to the side and the picture disappears into the blackness.

(Corinna Reicher, Quelle: http://www.jade-enterprises.at/)

TAGS:
KATEGORIEN: FILM UND VIDEO

Produktionsland

AT : Österreich

Produktionsjahr

2003

Ton

mit Ton

Format

5:4

Farbe

Schwarz / Weiß