Programmarchiv 2016/1


BLICKLE ARCHIVE SERIES mit Golden Pixel Cooperative: Billy Roisz
25. Mai 2016
Billy Roisz beschäftigt sich in ihren Video- und Soundarbeiten mit realen und fiktionalen Räumen entlang des Körperhaften von elektromagnetischen, audiovisuellen Signalen und Codes. Ihre Filme bewegen sich dabei zwischen den abstrakten und konkreten Interaktionen wie Projektionen der Betrachtenden, der Bilder und Töne: das Medium als Aussage.
(Golden Pixel Coop.)
Programm
Close Your Eyes, 2009, 13 min
Chiles en Nogada, 2011, Ausschnitte
Darkroom, 2014, 13 min
 
 

BLICKLE ARCHIVE SERIES mit Golden Pixel Cooperative: Ascan Breuer / Dokumentarisches Labor
4. Mai 2016
Ascan Breuer, zuletzt als "Outstanding Artist 2015" für Dokumentarfilm ausgezeichnet, stellt filmische Experimente aus seinem Dokumentarischen Labor vor. Seit elf Jahren nähert sich das "Labor" auf vielfältige Weise der Bedeutung von Wahrhaftigkeit mit fiktionalisierenden, narrativen und performativen Mitteln an. Die Filme stellen dabei ständig die Legitimität von Erzähl- und Sichtweisen in Frage. Damit operieren sie an einer der heikelsten Grenze des dokumentarischen Diskuses. Zentral ist für Breuer die "Ermöglichung des Zweifels", wodurch das Publikum eingeladen werde, mit den Dokumentarfilmen konstruktiv in Dialog zu treten: Erst durch die Aufweichung des autoritären Sprechaktes können auch die Zuschauer/innen ihre Position dynamisieren. Auf diese Weise werde gemeinsam ein "politischer Raum" im Arendt'schen Sinne etabliert. Breuer stellt mit den drei Filmen der Trilogi Jawa die jüngsten Filmproduktionen aus dem "Labor" vor. Die Filmtrilogie gehörte zum Eröffnungsprogramm der Frankfurter Buchmesse 2015 und wird erstmals zusammenhängend in Wien gezeigt.
(Goldne Pixel Coop.)
Programm
Trilogi Jawa I-III:
Paradise Later, 2010, 13 min
Jakarta Disorder, 2013, Filmausschnitte
Riding my Tiger, 2014, 42 min
 
 

BLICKLE ARCHIVE SERIES
Helmut und Johanna Kandl
20. April 2016
Für Helmut und Johanna Kandl, die seit 1997 gemeinsam arbeiten, stellt das Medium Video ein Element unter vielen ihrer künstlerischen Arbeitsweisen dar und wird oft mit Malerei, Fotografie, Zeichnung und Text kombiniert und ausgestellt. Ihr Interesse an Menschen und deren persönlich-privaten Geschichten steht oft am Ausgangspunkt ihrer vorerst ethnografisch anmutenden Studien. Durch diesen Austausch mit den Protagonist/Innen bilden sich jedoch oft temporäre - für den Zeitraum einer Ausstellung oder eines Aufenthaltes - Gemeinschaften, die die Möglichkeiten künstlerischer Arbeit in die diversen Lebensrealitäten verlängern und nachwirken lassen. Eine weitere Strategie der Kandls stellt das Aufeinanderprallen verschiedener "Wirklichkeiten" dar - in den Videos oft durch Split Screens oder disparate Bild-Text-Kombinationen ausgedrückt. Historische Fakten werden wiederaufgeführt, mit Imaginiertem kombiniert und in andere Kontexte verschoben. Dadurch kehren die Künstler/Innen einerseits die Surrealiät des Alltäglichen heraus, andererseits eröffnen sie einen Möglichkeitsraum von alternativen, humorvoll wie kritischen Geschichtsentwürfen.
Programm
Brünnerstraße 165, 2008, 5 min
Ajnstain, Novi Sad - a tribute to Mileva Maric-Einstein, 2005, 14 min
Wir holen uns das goldene Vlies, 2012, 12 min
Karl Rupitsch, 2011, 3 min
Goldegg Austria, 24.6.2005, 2005, 4 min
Ohrwurm, 2014, 15 min
Profit Banka, 2009, 9 min
Kleine Freuden, 2010, 8 min
Pygmalion, 2011, 8 min
 
 

BLICKLE ARCHIVE SERIES
Borjana Ventzislavova
13. April 2016
Borjana Ventzislavova, die im kommunistischen Bulgarien aufgewachsen ist und die "Wende" direkt miterlebt hat, konfrontiert immer wieder Träume und Wünsche, die durch unterschiedliche Wirtschaftssysteme geprägt wurden, mit einer von Migration und prekären Arbeitsverhältnissen durchzogenen Realität. In diesem Zusammenhang sind politische Forderungen oder das Pochen auf (Menschen-)Rechte keine utopischen Vorstellungen, sondern sie werden mit dem Nachdruck der Selbstverständlichkeit von ihr thematisiert. Auf Motivebene arbeitet die Künstlerin oft mit scheinbar kontrastierenden Elementen - etwa mit Kindern, die migrationspolitische Forderungen oder Balkanklischees formulieren - und erzeugt dadurch Momente der Irritation und des produktiven Zusammenstoßes. Einem dokumentarischen Interesse stellt sie genau komponierte Bildausschnitte gegenüber, die den Inhalt nochmals verdichten oder eine weitere Reflexionsebene ermöglichen.
Programm
Hohe blaue Gebirge, Flüsse und goldene Ebenen, 2009, 11 min
Migration Standards, 2011, 5 min
Self-Acting, 2012, 7 min
Es fehlt ihm die Gesundheit, 2013, 13 min
Inspiration, my world's vibration, Exzerpt, 2015 ongoing, 4 min
Zum Prater-Jubiläumsjahr: Fokus Pokus €uromatik, 2005, 60 min (gemeinsam mit Miroslav Nicic)
 
 

BLICKLE ARCHIVE SERIES
Vom Bildermachen I + II: Filme von der Hochschule für bildende Künste Hamburg
Die HFBK Hamburg ist eine der wenigen deutschsprachigen Kunsthochschulen, an denen es möglich ist, professionell Film zu studieren. Ein wesentliches Merkmal der Ausbildung ist der exakte Umgang mit dem Bild, der zwangsläufig zu einem bewussten Hinterfragen des Mediums und einer grundlegenden Skepsis gegenüber Repräsentation per se führt. Erstmals wird nun in Wien eine Schau von ausgewählten, in den letzten Jahren an der HFBK Hamburg entstandenen Filmarbeiten gezeigt und so eine breiteren Publikum in Österreich zugänglich gemacht. Die kleine Filmreihe an zwei Terminen soll ebenso der Start für die Präsentation internationaler Ausbildungsstätten für Film- und Videokunst sein.
Gastkurator: Bernhard Hetzenauer
Vom Bildermachen I: Filme von der Hochschule für bildende Künste Hamburg
Mittwoch, 3. Februar 2016
Block 1: Vom Bildermachen
Karsten Krause, You and me (DE 2010, Super8/MiniDV, S/W & Farbe, 1:1,33, 4 min)
Karsten Krause / Philip Widmann, Die Frau des Fotografen (DE 2011, HD, Farbe, 1:1,78, 29 min)
Martin Prinoth, Le crature del Vesuvio (DE/IT 2013, HD, Farbe, 16:9, 28 min)
Block 2: Exilbewegungen
Josefina Gill, Desde la marea - Was die Gezeiten mit sich bringen (DE 2015, HD, Farbe, 16:9, 30 min)
Marko Mijatovic, Stadt der Elefanten (DE/BA 2015, HD, Farbe, 29 min)
Vom Bildermachen II: Filme von der Hochschule für bildende Künste Hamburg
Sonntag, 7. Februar
Block 3: Biographische Materialität
Laura Reichwald, Und ob schon wir wanderten im finsteren Tal (DE 2013, HDcam, Farbe, 1:2,35, 10 min)
Arina Orozco, Reality 2.0 (DE/MX 2012, 11 min)
Adnan Softic, Nema problema/Es gibt kein Problem (DE/BA 2002, 16mm, Farbe, 4:3, 18 min)
Rosana Cuellar, Cronologia (DE 2010, found footage 35mm, Farbe & S/W, 4:3, 11 min)
Block 4: Souvenir
Andre Siegers, Souvenir (DE 2014, 86 min)
 
 

BLICKLE ARCHIVE SERIES
Karin Ferrari - DECODING (THE WHOLE TRUTH)
Mittwoch, 13. Januar 2016
Zur Jänner-Vorstellung im Rahmen der Blickle Archive Series konnten wir Karin Ferrari im Blickle Kino begrüßen. Ihre Video-Trilogie DECODING (THE WHOLE TRUTH) stand am Programm und beim anschließenden Q&A entspann sich eine lebhafte Diskussion zu Aneignungsmechanismen, Zielpublikum und den Vermittlungsmöglichkeiten von zeitgenössischer Videokunst. Karin Ferrari analysiert popkulturelle Zeichen und Symbole in verschiedenen Medien, darunter "konventionelle" wie Zeichnung oder Druckgrafik, aber auch so ungewöhnliche wie Teletext.
Programm
DECODING Azealia Bank's Atlantis (THE WHOLE TRUTH), 2013/2015, 28 min
DECODING Katy Perry's Dark Horse (THE WHOLE TRUTH), 2015, 22 min
DECODING Lady Gaga's Romance (THE WHOLE TRUTH), 2011/2016, 20 min