Programmarchiv 2016/2

 

BLICKLE ARCHIVE SERIES #15
Skip Arnold - I'm the subject. I'm the object.
14. Dezember 2016
Der in Los Angeles lebende Künstler Skip Arnold macht seit den 1980er-Jahren extreme Performances, die das Verhältnis zwischen Körper, Raum und zeitlicher Dauer erforschen. Sei es wie in Hood Ornament (1992), in dem er nackt auf der Motorhaube eines fahrenden Lasters in Los Angeles Halt sucht, oder in Jump (1988), in dem er vom Dach eines Hauses springt und die Aufnahmen so verlangsamt, dass er zu schweben scheint. Immer geht es jedoch um die Möglichkeiten der Medien Film und Video, diese meist kurzen Performance-Arbeiten zu rahmen, zu präsentieren und schließlich zum weiteren Parameter der Aktion zu werden. Das Hauptinteresse galt dabei immer dem, wozu er (als Körper, als Person, Anm.) fähig sei, also physische und psychische Grenzen auszuloten, meint Arnold selbst  dazu. Abseits von jeglicher Erzählung oder gar Theatralik, zeugen seine Videos von der Radikalität der Entscheidung, mit der eigenen Existenz in ihrer nackten Erscheinungsform zu arbeiten.
Programm (Auswahl)
Activities Made for TV, 1983-92, ca. 11 min
Skip in Toronto, 2002/04, 6 min 7 sec
An Occurence in Nove Zamky, 2002/04, 2 min 4 sec
Excerpt from the Axis Powers Tour, 1993/2004, 9 min 25 sec
Self Portrait #2 Aug. 2012 (after Messerschmidt), 2012, 28 min
 
 

BLICKLE ARCHIVE SERIES #14
Angela Christlieb
Whatever Happened to Gelitin, AT 2016, 82 min
7. Dezember 2016
Das Künstlerkollektiv Gelitin ist bekannt für ausufernd-theatralische, im besten Sinne kindische Performances. Angela Christliebs Dokumentarfilm nähert sich der Gruppe mit dem Kunstgriff einer Spekulation über ein verschwundenes Mitglied an. Die Suche und Recherche nach dessen Verbleib gibt Anlass für die Aufbereitung von reichem Archivmaterial, dicht montiert und mit intensivem Soundrack hinterlegt. Dazwischen kommen prominente Wegbegleiter und Schwestern im Geiste der lustvollen Anarchie in Interviews zu Wort, die vom Künstler, Galeristen und zeitweisen Gelitin-Performer Salvatore Viviano geführt werden. Dazwischen offenbart sich nicht zuletzt der institutionskritische Ansatz von Performance, der gerade in deren Abwesenheit geschärft erscheint.
 
 

BLICKLE ARCHIVE SERIES
Siegmund Skalar
12. Oktober 2016
Premiere! Der junge österreichische Regisseur Siegmund Skalar präsentiert seine neueste Arbeit Flicker.
Flicker ist ein narrativer Kurzfilm, der modellhaft eine häusliche Szene beschreibt, die abrupt ins Surreale kippt: Drei Menschen befinden sich abends in einem Haus in der Vorstadt. Mit dem Einsetzen eines Geräusches beginnt sich das Raum- und Zeitgefühl der ProtagonistInnen plötzlich zu verändern... Skalar fragt nach den Bedingungen von Performance - dem Schau/Spielen bzw. Durcharbeiten einer Rolle: Welche Gesten und Ausdrucksformen treiben eine Handlung voran? Wann wird Vertrautes zu etwas Unheimlichem, und wie ist das Zusammenspiel mit den unbelebten AkteurInnen eines Filmes?
Programm
Der Tunnel, A 2015, 12 min (Englisch)
Flicker, A 2016, 12 min (Englisch)
 
 

BLICKLE ARCHIVE SERIES
Stefanie Seibold

28. September 2016
In ihrer künstlerisch-forschenden Praxis zwischen Performance, Video- und Soundarbeit, Collage und Installation nimmt Stefanie Seibold Fragen queer-feministischer Theorie in den Blick. Das Videoprogramm dieses Abends fasst verschiedene Arbeiten der Künstlerin zusammen, die ihr Interesse an der Überschneidung von Theater, bildender Kunst und Performance-Praxis zeigen.
Neben dem Video der legendären Performance Clever Gretel, die 2000 in den Sofiensälen zu sehen war, sehen wir die „Hauptfigur“ Gretel in anderen Konstellationen wieder auftreten. Gretel ist viele, findet sich in verschiedenen Multimediasettings wieder, tanzt zu anregenden Beats, wechselt Positionen zwischen Nähmaschine und Turntable und lässt die Zuseher/innen immer wieder ins Leere laufen oder schauen. In City of Women wiederum befragen zwei Hybridwesen Klischees von Erotik, Liebe und Sexualität, während sich Seibold in What you see is what you get des lesbisch-queeren Filmklassikers The Killing of Sister George annimmt, um Blickregime und Identitätskonstruktion offenzulegen.
Programm
What you see is what you get, 2005, 12 min
Gretel Rules O.K., 2001, 3 min
City of Women, 2004, 12 min
Clever Gretel, 2002, 35 min